Nachdem der "Mordfall" gelöst war, erklang Jazzmusik

Tag der offenen Tür: WHG-Schüler und -Lehrer glänzten mit Demonstrationen in Naturwissenschaften, Sprachen, Musik und Sport

31.03.2017 Rhein-Neckar-Zeitung

Weinheim. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie man einem Mörder auf die Schliche kommt, der war am Samstag, 25.03.2017, am Werner-Heisenberg-Gymnasium richtig zur Spurensicherung: Am Tag der offenen Tür präsentierte sich die traditionsreiche Schule in ihrer großen Vielfalt mit spannenden Programmpunkten für Klein und Groß.
So konnte man in der Biologie nicht nur Fingerabdrücke und DNA-Tests abnehmen, um einen fiktiven Mordfall zu lösen, sondern auch ein echtes Rinderherz anfassen und dabei viel über Organspende lernen. Die Chemie „verzauberte“ ihre Zuschauer mit magischen Experimenten, in denen Geldscheine in Flammen standen, ohne zu verbrennen. Wer selbst Hand anlegen wollte, konnte bei dem Mitmachlabor Lavalampen herstellen und Brauseraketen vom Lehrerpult an die Decke schießen.
Neben dem naturwissenschaftlichen Profil der Schule wurde auch dem sprachlichen Rechnung getragen: Fr. Utech inszenierte mit ihrer Klasse 6a das lateinische Theaterstück „Iter Germanicum“, das mit tosendem Applaus quittiert wurde, und lud die Zuschauer gleich in die „Taberna Romana“, die römische Taverne, zu leckeren Spezialitäten aus dem alten Rom ein. Ein enthusiastischer Flashmob der Klasse 9c ließ dabei keine Langeweile aufkommen, der zu italienischen Popsongs auf den Schulgängen tanzte. Eine Tür weiter konnte man das eigene Stimmtalent in einer lateinischen Singstunde zu „Est rima in hama“ („Ein Loch ist im Eimer“) erproben. Aber auch der französischen Sprache konnte in einer lustigen Schnupperstunde nachgegangen werden; und der anglophilen Besucher bei einem englischen Pub Quiz sein Englischwissen testen.
Für die kleinen Gäste gab es in den Kunstsälen Gipsmasken zu gießen und modische Papiertaschen zu drucken, ein Angebot, das besonders vom kleineren Publikum frequentiert wurde, die schon bei der Japan–AG ihre Origamifaltkünste entdeckt hatten. Die schönen Künste waren auch auf der neu eingerichteten „Kulturbühne“ in der Aula vertreten: Kursstufenschüler Martha Fischer und Matthias Volz beeindruckten durch einen furiosen Einblick in ihr Schultheaterstück „Ein Sommernachtstraum“, das an vier Terminen im Mai auf der Burg Windeck aufgeführt werden wird. Ab dem 2. Mai können Karten in der Buchhandlung Beltz als auch an der Schule erworben werden.
Auf der Bühne gab es daneben auch musikalische Ausnahmetalente zu bestaunen: Die Schüler der Big Band begeisterten durch ihre hitzigen Jazzeinlagen, welche auch am 1. Juni in der Alten Druckerei bejubelt werden können. Kursstufenschüler Jasmine Conrad und Sophie von Schiereck bewiesen darüber hinaus genauso ihr musikalisches Können wie die Mittelstufenschüler Emili Radoske und Rocco Vespa. Dass Musik eine Leidenschaft des WHG ist, wurde nicht zuletzt bei dem Aufgebot an musikalischem Programm deutlich, das den gesamten Samstag über die Zuschauer in seinen Bann zog: Von Jazz über Pop bis hin zu Klassik, von Klavier-, Blas- bis hin zu Gesangseinlagen wurde es in der Aula nie leer.
Spätestens gen Nachmittag fanden sich dann aber doch die meisten in der Sporthalle ein, um turnbegeisterte Schüler auf dem schwingenden Trapez in die Lüfte gleiten oder Menschenpyramiden bauen zu sehen. Die badischen Meisterinnen Laura Malchow und Hannah Hug schwangen sich danach sogleich auf das Kunstrad, nachdem eifrige Fünftklässler Highlights aus ihrem Unterricht gezeigt hatten, der schülernahe Themen wie Scooter, die hippen Tretroller, und „Ropeskipping“ (Seilspringen) aufnimmt.
Egal ob in den „magischen“ Chemiesälen, den liebevoll dekorierten Klassenräumen, der jazzfiebrigen Aula oder der viel besuchten Sporthalle, ein Thema zog sich durch die gesamte Schule: „Schule ist ein Ort, der Neugierde nicht nur befriedigen, sondern auch schüren soll“, meint Martin Schmitt, stellvertretender Schulleiter am WHG, „und das tun wir am WHG mit unserem bunten Gesicht – den vielen Arbeitsgemeinschaften, außerunterrichtlichen Aktivitäten, Austauschprogrammen, Konzerten, Musicals, Theateraufführungen; vor allem mit unserer bunten Gemeinschaft aus begeisterten Lehrern, aufgeweckten Schülern und engagierten Eltern und Familien.“