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Werner Heisenberg Gymnasium
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Studienfahrt an den Golf von Neapel

-Wir schreiben den 17. September, 18 Uhr, Werderstraße. Während es sich die ersten schon im Bus mit Kissen bequem gemacht haben, trudeln die anderen langsam ein – natürlich alle mit Jogginghosen bestens auf die vor uns liegende 20h-Fahrt vorbereitet.

Als Herr Ochs dann endlich auch mit den Studienführern eintrifft, kann die Reise losgehen. Gegen 18.30 Uhr rollt der Bus aus der Werderstraße in Richtung Neapel mit 39 Schülern und 3 Lehrern an Bord los. Nach dem Busfahrerwechsel bei Mailand sind sogar noch 2 Personen mehr an Bord – denn der Busfahrer hat überraschenderweise auch noch seine Familie im Schlepptau.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir am nächsten Tag gegen 15 Uhr unseren Campingplatz bei Sorrent. Von der wunderschönen Küstenstraße, die von den Lehrern angepriesen wurde, ist leider dank Regen und Nebel nicht viel zu sehen. Nachdem wir dann alle unsere „geräumigen“ Bungalows bezogen haben – einer davon sogar in abgelegener VIP-Lage – treffen wir uns zum „delikaten“ Abendessen – ein Menü aus Pizza, Pommes, Pizza und Obstsalat.

Der ungeliebte Montag hat dann einige positive Überraschungen parat. Nach dem Aufstehen können wir die wunderschöne Aussicht von den Bungalows aus auf den Golf von Neapel und den dahinterliegenden Vesuv bewundern, zu dem wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machen. Zuerst muss unser überlanger Reisebus jedoch die Serpentinen auf den Berg bewältigen, was unserem Busfahrer mehr oder weniger geduldig gelingt. Schließlich stehen wir mit unserem Guide Enzo am Kraterrand des Vesuvs, den wir über den „verbotenen Pfad“ erklommen haben und dann auch schnell wieder „runterstolpern“ müssen, um dem angekündigten Gewitter (das glücklicherweise nicht eingetreten ist) zu entkommen. Nach dem Mittagessen (Pasta Vesuviana) geht es dann mit halb gefüllten Mägen in Richtung Kaffeerösterei. Auf dem Weg dorthin hat ein italienischer Autofahrer scheinbar etwas dagegen, dass wir unser Ziel erreichen. Kurzerhand versucht er sich am Bus vorbeizudrängen und – wie sollte es anders sein – es kracht. Polizei, starke Nerven und Frau Di Micelis Italienischkenntnisse sind erforderlich, damit wir uns 2 Stunden später auf den Heimweg machen können. Die Kaffeerösterei muss ausfallen, aber wir kommen immerhin pünktlich zum Abendessen. Und was gibt es? Pasta Vesuviana.

Nächster Morgen: Nach einer kurvenreichen Fahrt im gemieteten italienischen Reisebus durch kleine Küstendörfer erreichen wir Amalfi. Auf der anderen Seite der Halbinsel gelegen hat man von Amalfi aus einen traumhaften Blick über das Meer und auch die kleine Innenstadt hat etwas von einer Filmkulisse. Egal ob Eis, Strand oder Mittagessen – Amalfi ist ein kleiner Touristenmagnet. Trotzdem bleibt die Amalfi-Küste die schönste unserer Reise. Später geht es weiter nach Pompeji. Dort hören wir uns einige Referate im Amphitheater an, bevor wir – nach einer lang ersehnten Pippipause – in drei kleineren Gruppen mit Stadtführern aus der Schülergruppe Pompeji erkunden dürfen. Die Gruppe von Frau Di Miceli erlebt eine amüsante Besichtigung. Am Theater hat Frau Di schon einen genauen Plan, wie die restliche Führung aussehen soll: „So, habt ihr noch Fragen? Nein? Gut, dann geht’s jetzt noch in die Therme und dann in den Puff und dann wars das.“ Und genau so machen wir es dann auch. Nachdem wir die römische Version von 50 Shades of Grey angeschaut haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Forum, um dort die anderen zu treffen. Dabei macht eine der Schülerinnen eine unglaubliche Entdeckung: „Ich hab den Penis gefunden!“ – den Wegweiser zum Freudenhaus, aus dem wir gerade gekommen sind. Noch schnell ein Gruppenbild am Forum und zurück geht's zur Unterkunft.

Der nächste Tag beginnt wieder mit einer Busfahrt – dieses Mal nach Neapel. Gut gegen die Gefahr durch Kriminalität und die Mafia informiert, tauchen wir nach einem kurzen Spaziergang durch die gefährlichen Straßen ab in den Untergrund. Wie die Putzmänner zwängen wir uns dabei durch die engen Gänge zwischen den Kammern des ehemaligen Aquäduktes. Dabei haben wir viel Interessantes über das antike Untergrundsystem erfahren: Von den Griechen um 470 v. Chr. erbaut, diente es zunächst als Abwassersystem, später nach Ausbruch der Pest wurde es zur Müllhalde (die Leute warfen ihren Müll einfach durch die ehemaligen Brunnenschächte hinunter), bis es im zweiten Weltkrieg zum Bunker für tausende Menschen wurde. Der Müll wurde hierzu einfach mit Beton übergossen. Schließlich begeben wir uns wieder an die Oberfläche. Nachdem wir dann noch etwas durch die auf den Ruinen eines alten römischen Theaters erbaute Innenstadt Neapels gelaufen sind, geht es auch schon weiter zu den phlegräischen Feldern. Wir haben Glück – dort angekommen gibt es nicht nur eine Toilettenpause, sondern der leichte Regen des Vormittags ist Sonnenschein gewichen. Trotz unserer Faszination über die dampfenden Krater sind die meisten dann doch froh, als wir statt des Geruchs nach fauligen Eiern wieder frische Luft atmen können. Am Abend gibt es dann die nächste positive Überraschung: endlich ist der (für viele langersehnte) Besuch im Supermarkt möglich. Auch wenn die 200 Schmidtmeter sich im Endeffekt als eeeeetwas mehr entpuppen (Umrechnungskurs: 1 Schmidtmeter entspricht ca. 4 Metern), kommen doch alle erschöpft mit den Einkäufen gut am Zeltplatz an und wir genießen einen entspannten Abend.
Donnerstags steht eines der Highlights an: mit dem Boot fahren wir nach Capri. Nach über einer Stunde Fahrt über unruhiges Wasser haben wir schließlich den Hafen erreicht. Wieder festen Boden unter den Füßen, machen wir uns daran – zum Teil nur mit Sandalen und Flip Flops bewaffnet – den von Herrn Ochs ausgewählten abenteuerlichen Pfad zu erklimmen, der, wie er später selbst zugibt, ein riesiger Umweg war. Trotz alledem ist die Aussicht aufs Meer für nichts zu bezahlen. Von der Villa Jovis nach Capri geht der Touristenweg dann schneller und so haben wir noch ausgiebig Zeit, Capri zu erkunden. Um bei Prada shoppen zu gehen, fehlt uns dann aber doch das Geld, sodass wir den Großteil der Gruppe am kleinen Strand am Hafen wieder treffen. Wir nutzen das türkisblaue Wasser, um uns zu erfrischen, und die restliche Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad. Der Abschluss des Tages ist genauso erholsam: Auf glitzerndem Wasser mit der Sonne im Rücken genießen wir unsere Rundfahrt um die kleine Insel. Unser offiziell letzter richtiger Tag in Italien geht zu Ende.

Auch wenn der Abschied schwer fällt, packen wir am nächsten Morgen unsere Koffer in den Bus, bevor wir einen letzten Abstecher nach Sorrent machen. Dort wird sich mit Verpflegung für die lange Heimfahrt eingedeckt, die Souvenirläden werden geplündert und der kleine Strand ausgekundschaftet. So vergeht die Zeit bis zur Abfahrt wie im Flug und als wir die romantische Küstenstadt verlassen, kommt doch etwas Wehmut auf. Zwischen Wachen und Schlafen geht der Busfahrerwechsel nicht unbemerkt von statten. Nachdem es einige Missverständnisse zwischen den Busfahrern gibt, finden wir dann schließlich doch die Tankstelle, an der „Siggi“ auf uns wartet und uns schließlich sicher zurück in die Werderstraße fährt. Dort warten schon unsere Eltern auf uns, denen wir Einiges zu erzählen haben – von einer Woche, in der wir viele Erfahrungen gesammelt haben und die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Wir danken den Lehrern Herrn Schmidt, Herrn Ochs und Frau Di Miceli, die uns die Woche über begleitet haben.

Ein Bericht von Elisa Herzig de Almeida und Kim-Celine Kahl

 

Studienfahrt an den Golf von Neapel

Keine Frage: Der Golf von Neapel ist anders als Weinheim. Während es bei uns zuhause Bindfäden regnet, die Menschen mehr oder wenig geduldig darauf warten, dass die Ampel grün wird und man an Straßen und in Gärten Gänseblümchen und Birken sieht, brennt dort sogar noch im Herbst die Sonne vom Himmel und lässt das Thermometer über 30 °C anzeigen. In den italienischen Kreisverkehren herrscht das normale geordnete Chaos: „Wer als erstes signalisiert, dass er fährt, der fährt auch.“ Der andere wird schon anhalten. Und in den Gärten stehen Oleander und hin und wieder eine Palme.

20 Stunden sind wir, 37 Schüler und Schülerinnen der Kursstufe und 3 Lehrer, gefahren, um in Piano di Sorrento anzukommen, einem Ort in der Nähe von Neapel und viel haben wir während der Woche gesehen und erlebt. Meistens waren wir den gesamten Tag unterwegs.

Gleich am ersten ging es von der Hitze des archäologischen Areals von Pompeii, in dem wir ein riesiges Amphitheater, ein damaliges Bordell und diverse andere Relikte aus der Vergangenheit besichtigen konnten, in die kalte, windige Höhe auf den Vesuv, einem aktiven Vulkan, der eigentlich jederzeit ausbrechen kann. „Diese Woche bricht er sicher nicht aus,“ meinte unser Reiseführer des seismologischen Instituts von Neapel „und in den nächsten fünf Wochen können wir zu 75% Sicherheit dasselbe sagen.“ Er gibt einem dem explosivsten aller Vulkane auf dieser Welt noch höchstens 18 Jahre.

Von der immer drohenden Gefahr ahnt man erst einmal nichts, wenn man in die Stadt Neapel kommt: Viel gelacht wird auf den engen Straßen der Altstadt. Prunkvolle Kirchen und Statuen stehen neben reichlich angeschlagenen Häusern: Der Glaube nimmt die Angst vor dem drohenden Unglück. Fast überall liegt Müll herum, die Hafenstadt befindet sich teilweise unter der Herrschaft der Camorra, der neapolitanischen Mafia, die viel Geld mit illegaler Müllentsorgung machen, so dass das legale System kaum Chance hat richtig angekurbelt zu werden.

Wir hielten uns jedoch nicht lange über der Stadt auf. Es ging 40 Meter in die Tiefe, in den Untergrund von Neapel. Dort erstreckt sich ein Gangsystem bis nach Pompeii, welches ehemals von den alten Griechen erbaut wurde und damals als ein Aquädukt diente. Bis in die nächste Stadt sind wir natürlich nicht gelaufen, dennoch sahen wir einige alte Zisternen und quetschten uns mit Kerzen in der Hand durch die Gänge, in denen man teilweise schräg laufen muss.

Ähnlich abenteuerlich ging es am nächsten Morgen los: Wir machten eine rasante Bootsfahrt hinüber zur Insel Capri, wo wir zwei bekannte Villen besichtigten. Nach der langen Wanderung den Berg hinauf wurden wir mit einem fantastischen Ausblick über das Meer und die Stadt belohnt. Viel zu schnell mussten wir zurück aufs Boot, allerdings sogar etwas zu spät, denn bei unserer Rundfahrt um die Insel und während der Rückfahrt löste Regen die ansonsten immer scheinende Sonne ab.

Ich denke, dass ich für alle Mitreisenden spreche: Wir hatten eine wundervolle, informative und erlebnisreiche Woche, die uns allen lange in Erinnerung bleiben wird. Ich bedanke mich im Namen von allen Teilnehmern bei Frau Di Miceli, Herrn Ochs und Herrn Schmidt für die großartige Vielfältigkeit unserer Unternehmungen, die gewiss anstrengende Organisation und die Begleitung auf dieser großen Reise.

Ein Bericht von Clara Klink
 

Lateiner stechen in See: Ausflug zur "Lusoria Rhenana"

Auf Los geht?s los
Im Juli machte sich die Klasse 10a per Bus und Bahn auf den Weg nach Neupotz zum Setzfeldsee. Die Vorfreude stand allen ins Gesicht geschrieben und erste Erwartungen wurden untereinander ausgetauscht. Sie wurden nicht enttäuscht, als wir bei unserer Ankunft die 'Lusoria Rhenana' auf dem von Sonnenlicht schillernden See erblickten. Der Instrukteur Dieter Heim gab uns erste Einweisungen und führte uns in die Seemannssprache ein. Danach mussten wir zunächst das wackelige Schiff besteigen und uns einen Platz suchen, bevor wir endlich in See stechen konnten. Jetzt ging es los!

Das Schiff
Doch zunächst einige Informationen zu unserem Fortbewegungsmittel. Die Lusoria Rhenana ist das Ergebnis herausragender römischer Handwerkskunst!
Das Schiff ist eine originalgetreue Rekonstruktion eines römischen Flusskriegsschiffes der Spätantike, das damals auch auf dem Rhein zur Verteidigung gegen die Germanen eingesetzt wurde. Heute ist die Lusoria unterwegs, um einem breiten Publikum die römische Vergangenheit am Oberrhein zu vermitteln und auf die schöne Landschaft der Rheinauen aufmerksam zu machen. Mit einer Länge von 18 Metern und einem Gewicht von etwa 5 Tonnen entspricht das Römerschiff einem kleinen und äußerst mobilen Militärschiff der spätrömischen Flussflotten. Auf der Lusoria Rhenana finden 24 Ruderer Platz, je zwölf Mann auf jeder Seite.

Auf hoher See
Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten überstanden wir die Einführungsphase des Ruderns und waren ziemlich flott unterwegs. Wir lernten im Takt zu rudern, zu lenken, und hatten reichlich Spaß dabei. Trotz großer Hitze (35°C) meisterten wir auch das Quiz, welches uns der Instrukteur Herr Heim stellte und so die linke Seite gegen die rechte Seite antreten ließ. Unser nächstes Manöver bestand darin einen unserer Mitschüler an einem Ufer abzusetzen und ihn an einem anderen wieder aufzulesen. Auch dies meisterten wir mit Bravur. Fanden wir zumindest. Nach circa 1 Stunde waren unsere Kraftreserven jedoch aufgebraucht und wir mit unserem Latein am Ende. Für eine Mittagspause gingen wir an Land, wo wir die Erlaubnis bekamen, uns im kühlen Nass des Sees zu erfrischen und ein leckeres Picknick zu genießen. Frisch gestärkt ging es zurück ins Boot und wir ruderten, bis die Hände nicht mehr wollten. Anschließend traten wir, von neuen Erfahrungen und Eindrücken geprägt, die Heimreise an.

Ein Bericht von Uta Müldner und Rebecca Raitz
 
Do, 30. Juli 2020
- So, 13. September 2020
Sommerferien