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Werner Heisenberg Gymnasium
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Im Jahreskonzert präsentierte sich Weinheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium hoch ambitioniert

Nicht perfekt, aber großartig

27.02.2017 Rhein-Neckar Zeitung

Von Stefan KernWeinheim. Viel mehr Musikkultur passt in einen Abend nicht hinein: Über 100 Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums gestalteten in der Stadthalle jetzt eine wahrhaft welt- und zeitumfassende Reise: von Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn über Leroy Anderson und Henry Mancini bis zu Andreas Bourani. Kaum ein Stil zwischen Barock, Jazz und Pop wurde im Verlauf des Jahreskonzerts ausgelassen. Und auch wenn nicht alles perfekt geriet, so war es doch großartig. So viel Talent und Leidenschaft auf ein paar Quadratmetern Bühne begeisterten hier einfach jeden.

Den Auftakt gestaltete das Orchester des Werner-Heisenberg-Gymnasiums unter der Leitung von Silke Winkler. Aufgeführt wurde "Barcarolle" aus Jaques Offenbachs Oper "Hoffmanns Erzählungen". Ein durchaus nicht leicht zu spielendes Stück, das die rund 50 Musiker aber mit Bravour meisterten. Natürlich gab es hierbei - und auch später - den einen oder anderen Fehler.

Aber manchmal gilt in der Musik nicht Perfektion als höchstes Gut, sondern der Weg dahin - und die Leidenschaft, mit der dieser Weg beschritten wird. Und an dieser Front gelang den Schülern Großes. Das galt auch für den Nachwuchschor, der mit den beiden Liedern "Die silbergraue Straußenfeder" und "Hai im Kochtopf" für heitere Abwechslung sorgte. Gleich im Anschluss übernahm dann die "Little Big Band" unter der Leitung von Michael Maurer und brachte mit dem Hit "Astronaut" Rhythmus und Lautstärke in die Stadthalle.

Sehr beeindruckend war der Weg zu Haydns Cellokonzert (Nr. 1 C-Dur) mit Andreas Walther am Violoncello. Ein ziemlich gigantisches Spiel. Und das galt auch für den sicher 40 Köpfe starke Chor, der von Gospel über "Moon River" bis hin zum legendären "The Typewriter" ebenfalls Schwung in den Laden brachte.

Nach der Pause gab es eine ungewöhnliche Inszenierung der "Boureé" aus der Suite e-Moll von Johann Sebastian Bach. Die Lehrerband, ausgestattet mit Bass, E-Gitarre und Schlagzeug, begleitete Charlotte Gutzler an der Querflöte. Auch wenn das ebenfalls ungewöhnlich war, so hatte es doch seinen Reiz. Was auch daran lag, dass Gutzler sensationell spielte. Danach ging es mit der Jazzband und "Street Life" wieder etwas lockerer zu. Und am Ende kamen dann alle musikalischen Teile der Schule zusammen und spielten von Bernhard Edwards und Nile Rodgers den Song "We are family". Es war ein Abend, der über 300 Jahre Musikkultur in Anspruch nahm und die Schüler vor Herausforderungen stellte. Aber am Ende stand ein dicker und begeisterter Applaus - zu Recht.
 
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