Weinheimer Nachrichten Februar 2018

Von Joseph Haydn bis Michael Jackson: Das Jahreskonzert begeisterte Weinheim

Der Musiklehrer Maurer leitet die SchülerInnen anWeinheim. So ist das nur bei einem Schulkonzert: Gerade noch haben ein Schüler oder eine Schülerin im Chor das romantische „Ich schenk dir die Welt“ von den „Prinzen“ gesungen, schon spielen er oder sie auf der Geige beim schwungvollen „Blumenwalzer“ aus Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“ im Orchester mit. Auch die Mitwirkenden in der Big Band begleiteten die besten Wünsche von Eltern, Geschwistern oder Großeltern, die im Publikum die Daumen drückten, denn schließlich sollte sich die intensive Vorbereitung auf das Jahreskonzert des Werner-Heisenberg-Gymnasiums gelohnt haben. Zweimal wurde das Programm am Donnerstag- und Freitagabend in der Stadthalle geboten.

Spaß gemacht hat es vor allem, sagten einige Schüler am Ende des gut neunzigminütigen Unterhaltungsprogramms, als ihnen ihre begeisterte Schulleiterin Gabriele Franke stichprobenartig das Mikro für einen Kurzkommentar hinhielt. Die Erleichterung, das Lampenfieber besiegt zu haben, war allenthalben in den Gesichtern abzulesen.

Vor allem die Jazzband unter Leitung von Michael Maurer hatte im zweiten Programmteil ganz gehörig abgeräumt. Mit einem funkigen „Billie Jean“ von Michael Jackson, einem Salsa à la Tito Puente oder dem „Sonnentanz“ der österreichischen Elektro-Musiker Tobias Rieser und Adrian Held bewies die Band musikalischen Power, Stehvermögen, Homogenität und Esprit. Auch die Performance stimmte bei den Einsätzen der Bläsersektion, und die Instrumentalsolisten sowie mehrere Sängerinnen ließen die Temperatur in der Stadthalle von Stück zu Stück steigen.

Da wurde am Ende der gemeinsame Auftritt von Chor, Orchester und Band unter Leitung von Maurer mit „Haven’t Met You Yet“ von Michael Bublé zum Tüpfelchen auf dem „i“.

Dass auch in den nächsten Jahren Musiker an Schlagzeug, Blasinstrumenten oder Keyboard nachkommen werden, demonstrierte die Little Big Band. Mit Stücken wie „TGIF“ von Andy und Paul Clark führt Michael Maurer den Nachwuchs an Aufgaben heran. Dass sie bereits enormes Rhythmusgefühl haben, zeigten sie bei einer reinen Percussionnummer mit langen Holzstäben, die phosphoreszierend im Dunkeln leuchteten.

Der Erfolg eines Schülerkonzertes hängt ja neben dem Talent und dem Engagement der Mitwirkenden auch zu einem besonderen Teil von der Auswahl der Stücke ab. Letztlich entscheiden die Lehrer, was sie ihren Ensembles zutrauen können und was sie überfordern könnte.

Die sehr fließend dirigierende Silke Winkler hatte ihre ganz besondere Freude am Vortrag ihres Chores beim Traditional „Han’ Me Down“, das äußerst flott und rhythmisch gesungen wurde. Auch in „La Nuit“, einem Klassiker des Chorgesangs von Jean-Philippe Rameau, kam die gewünschte Nachtstimmung auf, die schwebend alles umfließt.

Zwei besonders gelungene Beiträge werden auch vom Auftritt des Orchesters und der Streicher-AG unter Leitung von Teresa Freund und Konrad Fink in Erinnerung bleiben. Solistin Paula Leuthner bewältigte an der Harfe beim Konzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel einen besonderen Schwierigkeitsgrad und bescherte dem klassischen WHG-Orchester ein von Harmonien getragenes Glanzstück der Schulmusik.

Mit dem Allegretto aus der Sinfonie Nr. 100 G-Dur von Joseph Haydn geleitete das WHG-Orchester unter Leitung von Teresa Freund das Publikum in die Pause, der schließlich der große Auftritt der Jazzband folgen sollte.

Ins rechte Licht gesetzt wurden die beiden Konzerte von der Technik-AG unter Leitung von Simon Maier und Günter Ochs. Unterstützt wurden die Aktivitäten wieder vom Förderverein „GYM“. dra